Mit feiner Bleistiftlinie und lasierend aufgetragenem Acryl auf Gipsmasse bewege ich mich in einem offenen, oft langfristig angelegten Prozess über die Leinwand: setzen, verschieben, verwerfen, überlagern, abtragen, revidieren. Das Bild entwickelt sich jeweils als vorläufige Annäherung und sichtbare Spur eines fortdauerndenen Fragens. Ich untersuche Beziehungen zwischen Linien und Flächen, Körpern und Räumen, Natur und Künstlichkeit. Grossformatige Diptychen treten in Dialog, kleinere Arbeiten reagieren aufeinander, suchen Nähe oder markieren Distanz. Beziehung fungiert sowohl als formales Ordnungsprinzip wie als inhaltliche Auseinandersetzung. Aus diesen Suchbewegungen formieren sich – im besten Fall, so meine Intention – „neue Naturen“; emergente Bildwirklichkeiten aus Schichtung, Überlagerung und zeitlicher Verdichtung.Organische Formen und lineare Verflechtungen evozieren tektonische, morphologische und sedimentäre Strukturen, jedoch jenseits eindeutiger Zuschreibungen.